Der Hyundai Kona der zweiten Generation (SX2) tritt im Modelljahr 2026 nicht mehr als Kleinwagen-SUV auf, sondern positioniert sich mit seinen deutlich gewachsenen Dimensionen im Segment der Kompaktklasse. Unsere Redaktion konzentrierte sich bei den Testfahrten auf die elektrifizierten Varianten, namentlich den Kona Elektro Long Range mit 160 kW (218 PS) sowie den 1.6 GDI Hybrid, welcher eine Systemleistung von 104 kW (141 PS) bereitstellt. Den Basis-Benziner (1.0 T-GDI) haben wir aufgrund seiner spürbaren Angestrengtheit angesichts des Fahrzeuggewichts in diesem Klartext-Check nicht berücksichtigt, da unsere Empfehlung klar zu den elektrifizierten Modellen tendiert, die mit realen Verbräuchen von 4,8 bis 5,5 Litern Superbenzin beim Hybrid und einer alltagstauglichen Reichweite von 350 bis 400 Kilometern beim Elektro überzeugen. Während die Neupreise für den Benziner bei rund 27.500 Euro beginnen, startet der Kona Elektro Long Range bei etwa 41.340 Euro und kann in Vollausstattung die 50.000-Euro-Marke überschreiten. Unsere Redaktion sieht den Kona SX2 als einen ausgereiften Alltagsbegleiter, der eine überragende Raumökonomie mit einem leistungsfähigen Infotainment-System verbindet, dessen Langstreckentauglichkeit in der Elektro-Variante jedoch durch eine langsame DC-Ladeleistung eingeschränkt wird und dessen Innenraum haptisch enttäuscht.
Design & Innenraum-Komfort
Das Exterieur des Kona SX2 präsentiert sich mit einem markanten „Robocop“-Design und einem durchgehenden LED-Lichtband (Seamless Horizon), wodurch das Fahrzeug im dichten Marktumfeld eine eigenständige Präsenz zeigt. Die strukturelle Grundlage bildet die neu entwickelte K3-Plattform, welche konsequent um die Batterie eines Elektroautos herum konzipiert wurde. Mit einer Gesamtlänge von 4.355 mm und einem signifikant gestreckten Radstand von 2.660 mm untermauern die Karosserieabmessungen den Aufstieg in eine höhere Fahrzeugklasse, was harmonischere Proportionen ermöglicht. Für Garagenbesitzer ist die Positionierung des Ladeports an der Fahrzeugfront der Elektro-Version ein wichtiger Hinweis, da diese Anordnung das konsequente Vorwärts-Heranfahren an die Wallbox oder Ladesäule erfordert, was je nach Parksituation eine vorausschauende Planung notwendig macht. Unsere exakte Gepäckraumvermessung nach dem standardisierten Auto-Klartext-Standard belegt eine hohe praktische Nutzbarkeit: Das Kofferraumvolumen ist im Vergleich zum Vorgänger (332 Liter) auf 466 Liter angewachsen. Durch das Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Rücksitze entsteht ein Stauvolumen von bis zu 1.300 Litern, womit der Kona in diesem Punkt selbst einen VW ID.3 übertrifft. Ein weiteres Merkmal der Elektro-Variante ist der praktische, 27 Liter fassende vordere Kofferraum (Frunk) unter der Haube, in dem sich das nasse oder schmutzige Typ-2-Ladekabel isoliert verstauen lässt, ohne das reguläre Gepäck im Heck zu beeinträchtigen.
Im Interieur verbindet Hyundai eine umfassende Digitalisierung mit einer funktionalen Anordnung. Das fahrerorientierte Cockpit wird von zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen unter einer gebogenen Glasscheibe dominiert. Die aktuelle Infotainment-Software (ccNC) arbeitet grundsätzlich schnell, wobei Menüwechsel und Navigationseingaben verzögerungsfrei erfolgen; allerdings berichten Nutzer von sporadischen Software-Lags, einer trägen Menüführung sowie gelegentlichen Abbrüchen der drahtlosen Verbindung für Apple CarPlay und Android Auto. Ein Vorteil für die Bedienung während der Fahrt ist die Beibehaltung dedizierter, physischer Tasten und Regler für die Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie grundlegende Audio-Funktionen unterhalb des großen Displays, welche sich intuitiv bedienen lassen. Das Raumgefühl im Fond ist dank des gewachsenen Radstands großzügig, sodass selbst Erwachsene mit ausreichender Knie- und Kopffreiheit reisen. Die Materialqualität offenbart jedoch einen Kompromiss: Um die Kosten des Batteriepakets zu kompensieren, wurde im Innenraum an den Oberflächen gespart. Große Flächen der Türverkleidungen und das Armaturenbrett bestehen aus hartem, kratzempfindlichem Hartplastik, was in einem Fahrzeug, das als Elektro-Version mit Ausstattung schnell 45.000 Euro kostet, als nicht angemessen erscheint und den äußeren Designanspruch nicht widerspiegelt.

Antrieb & Ladeperformance
Die Antriebsmatrix des Kona deckt eine breite Spanne ab, wobei die Elektrifizierung eine zentrale Rolle spielt. Unsere Redaktion empfiehlt den Kona Elektro Long Range, der eine netto Batteriekapazität von 65,4 kWh sowie eine Leistung von 160 kW (218 PS) bietet und in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 sprintet. Auf unserer standardisierten Testrunde ermittelten wir im gemischten Realbetrieb eine alltagstaugliche Reichweite von 350 bis 400 Kilometern (WLTP: 514 km), wobei diese im Winterbetrieb auf der Autobahn mit eingeschalteter Heizung auf etwa 280 Kilometer absinken kann. Für jene, die keine eigene Wallbox besitzen, stellt der 1,6-Liter-Vollhybrid (HEV) mit 104 kW (141 PS) Systemleistung eine Alternative dar, dessen intelligentes System im realen Testmix lediglich 4,8 bis 5,5 Liter Superbenzin konsumiert. Das verbaute 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe agiert im Alltag harmonischer und direkter als die stufenlosen CVT-Getriebe einiger Wettbewerber.
Ein einzigartiges Merkmal in dieser Fahrzeugklasse ist die integrierte V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), welche über einen Adapter am äußeren Ladeport oder eine Schuko-Steckdose im Innenraum bidirektionalen Strom aus dem Hochvolt-Akku entnehmen lässt. Dadurch kann der Kona als mobile Energiequelle genutzt werden, um beispielsweise beim Campen Kaffee zu kochen oder E-Bikes aufzuladen. Eine technologische Einschränkung zeigt sich jedoch an der DC-Schnellladesäule: Anders als der größere Ioniq 5 nutzt der Kona lediglich die klassische 400-Volt-Architektur, wodurch die maximale Peak-Ladeleistung bei 102 kW stagniert. Obwohl das Batteriemanagement diese Leistung über einen langen Zeitraum auf einem konstanten Niveau hält, vergehen für den Standard-Ladehub von 10 auf 80 Prozent 41 Minuten, was im Vergleich zu aktuellen Wettbewerbern, die diese Ladezeit deutlich unterbieten, als nicht mehr zeitgemäß gilt.
Schwachstellen, Mängel & Alltagsfrikte
Obwohl der Hyundai Kona SX2 zahlreiche Vorzüge bietet, beleuchtet unsere Redaktion auch modellspezifische Schwachstellen und Einschränkungen im Alltag. Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft das gesetzlich vorgeschriebene ISA-System (Intelligent Speed Assist): Der Kona muss, wie alle Neuwagen, bei jedem Neustart vor Tempoüberschreitungen warnen. Hyundais Umsetzung erweist sich jedoch als besonders aufdringlich, da bereits bei einer Überschreitung von 1 km/h ein lautes und penetrantes Signal ertönt. Da die Verkehrszeichenerkennung zudem Fehlinterpretationen unterliegen kann, beispielsweise bei Schildern auf Autobahnausfahrten, besteht die Gefahr eines ständigen Piepens. Unsere Redaktion empfiehlt daher, eine Favoriten-Taste am Lenkrad (Stern-Symbol) oder im Menü so zu konfigurieren, dass sich die Warnung durch ein langes Drücken direkt nach dem Motorstart deaktivieren lässt, um die Fahrt im Stadtverkehr angenehmer zu gestalten. Des Weiteren ist die Geräuschdämmung als durchschnittlich zu bewerten; ab etwa 100–120 km/h werden Abroll- und Reifengeräusche, insbesondere auf Beton-Autobahnen, deutlich hörbar, was den Komfort auf längeren Fahrten beeinträchtigt.
Fokus-Themen: Leser-Fragen & Forum-Insights
Unsere Redaktion hat gezielt Fragen und Anliegen aus deutschen Autoforum-Diskussionen analysiert, um spezifische Antworten zu liefern.
Infotainment-Erfahrungen im Kona Elektro (SX2): Obwohl das ccNC-System eine grundsätzlich schnelle und reaktionsfreudige Infotainment-Plattform darstellt, berichten Nutzer des Kona Elektro der zweiten Generation von sporadischen Software-Lags, einer trägen Menüführung sowie gelegentlichen Abbrüchen der drahtlosen Verbindung für Apple CarPlay und Android Auto. Diese Probleme treten nicht durchgängig auf, können jedoch im Alltag zu Frustration führen. Unsere Redaktion empfiehlt, die Software des Systems stets auf dem neuesten Stand zu halten und bei hartnäckigen Problemen den Hyundai-Händler zu kontaktieren, da oft spezifische Updates oder Resets Abhilfe schaffen können.
Realverbrauch des Hyundai Kona Hybrid (SX2): Bezüglich des realen Kraftstoffverbrauchs des Kona Hybrid bestätigen unsere Messungen, dass der 1.6 GDI Hybrid im gemischten Fahrbetrieb einen Verbrauch von 4,8 bis 5,5 Litern Superbenzin pro 100 Kilometer erreicht. Dieser Wert liegt nahe an den WLTP-Angaben und hängt stark von Fahrstil sowie Streckenprofil ab. Im Stadtverkehr und bei moderater Fahrweise auf Landstraßen kann der Verbrauch sogar noch darunter liegen, während schnelle Autobahnfahrten ihn leicht über die 5,5-Liter-Marke treiben. Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe trägt dabei zu einer effizienten und harmonischen Kraftübertragung bei.
Kona Elektro (SX2) im Winterbetrieb: Die Erfahrungen mit dem Kona Elektro der zweiten Generation bei kalten Temperaturen sind für viele potenzielle Käufer relevant. Unsere Tests zeigen, dass die reale Reichweite im Winterbetrieb auf der Autobahn mit eingeschalteter Heizung auf etwa 280 Kilometer absinken kann. Diese physikalisch bedingte Reduktion, die bei allen Elektrofahrzeugen auftritt, wird durch die 400-Volt-Architektur und die maximale DC-Ladeleistung von 102 kW zusätzlich erschwert. Bei niedrigen Außentemperaturen kann die Ladeleistung weiter reduziert sein, da die Batterie nicht immer optimal vorkonditioniert wird, was die bereits langen Ladezeiten von 41 Minuten (10-80%) weiter verlängert. Eine effiziente Wärmepumpe ist zwar vorhanden, kann jedoch die physikalischen Grenzen bei extremen Bedingungen nicht vollständig aufheben.
Probleme mit dem 1.0 T-GDI Motor: Unsere Redaktion hat sich in diesem Testbericht bewusst auf die elektrifizierten Varianten des Hyundai Kona SX2 konzentriert. Der 1.0 T-GDI Basis-Benziner wurde aufgrund seiner spürbaren Angestrengtheit angesichts des Fahrzeuggewichts in unserem Klartext-Check nicht berücksichtigt, da unsere Empfehlung klar zu den Hybrid- und Elektro-Modellen tendiert. Daher gehen wir in diesem Kontext nicht auf spezifische Probleme wie Vibrationen oder Ölverbrauch dieses Motors ein.
Batteriedauer und Degradation des Kona Elektro (SX2): Für die zweite Generation des Kona Elektro liegen noch keine Langzeitdaten zur Batteriedegradation nach fünf oder mehr Jahren vor. Hyundai gewährt jedoch eine umfassende Garantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern auf die Hochvoltbatterie, was eine hohe Absicherung für Käufer darstellt. Die erste Generation des Kona Elektro zeigte eine geringe Wertminderung und eine gute Batteriestabilität über die Jahre. Unsere Redaktion prognostiziert, dass auch die SX2-Generation aufgrund der ausgereiften Batterietechnologie und der langen Garantie eine hohe Wertstabilität auf dem Gebrauchtwagenmarkt aufweisen wird, obwohl die mäßige DC-Ladeleistung den Restwert auf lange Sicht etwas drosseln könnte.
Reparaturkosten und Zuverlässigkeit: Da der Kona SX2 ein relativ neues Modell ist, liegen noch keine umfassenden Langzeitdaten zu typischen Reparaturkosten außerhalb der regulären Wartung vor. Die umfassende Herstellergarantie von fünf Jahren ohne Kilometerbegrenzung (acht Jahre oder 160.000 km auf die Hochvoltbatterie) bietet jedoch eine hohe Absicherung gegen unerwartete Defekte und teure Reparaturen in den ersten Jahren. Die erste Generation des Kona zeigte sich als zuverlässiges Fahrzeug, was eine positive Prognose für die Zuverlässigkeit des SX2 zulässt.
Technische Daten & Messwerte
Parameter | Kona Elektro (65 kWh Long Range) | Kona Hybrid (1.6 GDI HEV) |
Systemleistung max. | 160 kW (217 PS) | 104 kW (141 PS) |
Max. Drehmoment | 255 Nm | 265 Nm (System) |
Antriebsart | Frontantrieb | Frontantrieb |
Batteriekapazität (netto) | 65,4 kWh | 1,32 kWh |
Ladeleistung (DC / Schnellladen) | Max. 102 kW (400V-Technik) | – |
Ladezeit 10-80 % SoC | ca. 41 Minuten | – |
Beschleunigung 0-100 km/h | 7,8 s | 11,2 s |
Reichweite (Real / Test) | ca. 380 km (Mix) | ca. 800 km (Tank) |
Kofferraumvolumen | 466 – 1.300 Liter (+ 27 l Frunk) | 466 – 1.300 Liter |
Fazit der Redaktion
Der Hyundai Kona (SX2) präsentiert sich im Modelljahr 2026 als ein ausgereifter Alltagsbegleiter für Nutzer, die ein markantes Design bevorzugen und viel Raum auf einer kompakten Verkehrsfläche benötigen. Unsere Redaktion empfiehlt den Kona Elektro (65,4 kWh Long Range) für Personen, die vorrangig im urbanen Raum pendeln und über eine eigene Wallbox verfügen, da die V2L-Funktion sowie das leistungsfähige Infotainment-System einen hohen Nutzwert bieten. Für regelmäßige Langstreckenfahrten ist er aufgrund der Ladezeit von 41 Minuten (10-80% SoC) jedoch weniger geeignet. Wer keine Möglichkeit hat, zu Hause zu laden, findet im Kona Hybrid eine sparsame und zuverlässige Alternative. Kunden, die Wert auf hochwertige Materialien im Innenraum legen, sollten das Modell jedoch kritisch betrachten, da der großflächige Einsatz von Hartplastik den finanziellen Aufwand nicht angemessen widerspiegelt.
Die Restwertprognose für den Kona SX2 bewerten wir als positiv, da die erste Generation des Kona Elektro bereits eine geringe Wertminderung aufwies und die verbesserten Platzverhältnisse der SX2-Generation sowie die umfassende 8-Jahres-Batteriegarantie zur Wertstabilität beitragen dürften; die mäßige DC-Ladeleistung könnte den Restwert auf lange Sicht jedoch beeinflussen, da schnellere Ladezeiten zunehmend zum Standard werden. Bei der Konfiguration empfehlen wir, die teuersten Ausstattungspakete wie „Prime“ sorgfältig zu prüfen, da diese den Preis schnell über die 50.000-Euro-Marke treiben, ohne die Materialqualität im Innenraum zu verbessern.
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